Dienstag, 23.04.2013

Individualisierte Knieprothesenversorgung - ein neuer Meilenstein in der orthopädischen Patientenversorgung.

Patienteninformationsveranstaltung am 24.04.2013 um 19:00 Uhr im Hotel Engelsburg in Recklinghausen

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Dr. Wolfram Steens aus dem Orthopädisch –Neurochirurgischen Zentrum (ONZ) am Elisabeth Krankenhaus

Schätzungen zufolge sind in Deutschland 10–20 Prozent der über 60-jährigen von Arthrose betroffen, etwa die Hälfte von ihnen leidet unter Schmerzen. Beschwerden treten oft erst auf, wenn der Schaden bereits fortgeschritten ist. Die Knorpelschicht wird an den Stellen der größten Belastung immer dünner und teilweise ist der Knorpel so stark abgenutzt, dass Knochen freiliegt. Zu diesem Zeitpunkt leiden die Betroffenen nicht nur bei Belastung, sondern auch bereits in Ruhe unter Schmerzen und das Gelenk beginnt sich zu verformen. Die Betroffenen können ihr Knie immer schlechter bewegen. Die ungeschützten Knochenoberflächen reiben gegeneinander und verursachen Entzündungen im Gelenk, die den Abbau des Knorpels weiter beschleunigen. Zuletzt ist das entzündete Gelenk schmerzhaft geschwollen, die Muskeln verspannt und die Beweglichkeit stark eingeschränkt. Das Knie kann instabil werden und bei Bewegung „wegknicken“. Eine Knieprothese bietet den Ausweg aus dieser schmerzhaften Situation. Untersuchungen haben gezeigt, dass Unterschiede in der Form des Knochens Einfluss darauf haben, wie gut eine Knieprothese sitzt.

Ein neues Operationsverfahren, das die umständliche, navigationsgestütze Implantation der Prothes- enkomponenten ablöst, ist seit letztem Jahr mit großem Erfolg auf dem Gebiet der orthopädischen Endoprothetik eingeführt worden und begeistert Ärzte wie Patienten gleichermaßen.

Mit Hilfe patientenindividueller Instrumente (PSI) ist es nun erstmals möglich, die individuelle Patientenanatomie stärker als bisher beim Kniegelenkersatz zu berücksichtigen.

Dr. Wolfram Steens, Facharzt für Orthopädie, Spezielle orthopädische Chirurgie und Belegarzt am Elisabeth Krankenhaus in Recklinghausen Süd nutzt als einer der ersten niedergelassenen Orthopäden in Deutschland bereits individuelle Schnittschablonen, die auf Basis der persönlichen Patientenanatomie gefertigt werden. Mit Hilfe eines bildgebenden, strahlungsfreien Verfahrens, der Magnetresonanztomographie (MRT), wird das Patientenknie vor der Operation vermessen. Diese Daten nutzt Dr. Steens um mittels einer speziellen Software die Operationsplanung durchzuführen.

Auf Basis dieser Planung wird eine Kunststoffschablone erstellt, die der Oberfläche des Patientenknies genau entspricht. Die Schablone dient der Ausrichtung der erforderlichen Knochen- schnitte zur Platzierung der Implantatkomponenten. Patientenspezifische Instrumente tragen dazu bei, eine noch genauere Ausrichtung und Passform des Knieimplantats zu erreichen. Der Operateur ist in der Lage eine exakte Planung von Größe, Form und Sitz des Knieimplantates durchzuführen und diese auf das zu implantierende Gelenk zu übertragen. So wird die Anatomie genau berücksichtigt und das passende Implantat optimal ausgewählt. Weichteilschonende Operationstechniken können angewendet und die Operationszeit verkürzt werden.

Einen Überblick über die Grundlagen der knieendoprothetischen Versorgung sowie eine patientenorientierte Vorstellung des neuen Operationsverfahrens wie auch die verschiedenen, postoperativen Rehabilitationsmöglichkeiten wird Interessenten am 24.04.2013 um 19:00 Uhr im Hotel Engelsburg in Recklinghausen im Rahmen einer Patienteninformationsveranstaltung geboten. Im Anschluß an die Vorträge stehen die Orthopäden Dr. Wolfram Steens und Dr. Bernd Ferkmann aus dem Orthopädisch –Neurochirurgischen Zentrum sowie Dr. Holger Knorth vom Reha-Zentrum Medicos auf Schalke den Fragen der Patienten ausführlich Rede und Antwort.