Dienstag, 16.04.2013

Abendsprechstunde: Von der Stange zum Maßanzug - Individualisierte Medizin heute

Die nächste Abendsprechstunde des Elisabeth Krankenhauses findet am 22.04.2013 ab 18.30 Uhr im Bürgerhaus Süd, Körnerplatz 2 in 45661 RE, statt. Drei Chefärzte des Hauses referieren zum Thema "Individualisierte Medizin". Moderiert wird die Abendsprechstunde von Herrn Bernd Overwien, Chefredaktion Medienhaus Bauer. Der Eintritt ist frei.

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Die Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer und des Elisabeth Krankenhauses findet am 22.04.2013 ab 18.30 Uhr im Bürgerhaus Süd, Körnerplatz 2 in 45661 Recklinghausen, statt.

 

Referenten und Themen:

Maßgeschneiderte Behandlung in der Onkologie - Zukunftsvision oder Mogelpackung?

In den letzten Jahren hat die Behandlung von bösartigen Erkrankungen, sowohl der Organe wie auch des Blutes, deutliche Fortschritte erzielt. Neue Behandlungsmethoden mit speziellen Medikamenten, die die genetischen Grundlagen von Krebserkrankungen mit einbeziehen, haben zu ermutigenden Ergebnissen geführt. Unter dem Stichwort einer personalisierten Medizin findet neben speziellen Antikörper-Therapien auch die Gabe von Medikamenten, die gezielt in den Tumorstoffwechsel eingreifen, vermehrt Verwendung. Dabei stellt sich die kritische Frage, ob tatsächlich alle Patienten schon jetzt von diesen neuen Medikamenten, die sehr teuer sind, profitieren werden. Der Onkologe Dr. med. Peter Ritter wird in diesem Rahmen Stellung beziehen und den Wert dieser neuen Therapiestrategien beleuchten.

Dr. med. Peter R. Ritter, Chefarzt Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin

 

Jedem sein Zucker: Individualisierte Diabetestherapie

Der Vortrag von Herrn Dr. med. Wolfgang Schulte, Chefarzt der Inneren Medizin am Elisabeth Krankenhaus, beinhaltet die neusten Empfehlungen der amerikanischen und deutschen Diabetesgesellschaft. Dargestellt wird die patientenorientierte Differenzialtherapie, sprich eine auf jeden einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie der Zuckerkrankheit. Die Zuckerkrankheit wird fachsprachlich Diabetes mellitus genannt. Das heißt übersetzt honigsüßer Durchfluss. Tatsächlich haben die Betroffenen zu viel Zucker im Blut und auch im Harn. Der Urin von den Erkrankten schmeckt daher süß. Der Zucker gelangt in den Harn, weil die Nieren es nicht mehr schaffen, ihn vollständig aus dem Blut herauszufiltern. Der Überschuss wird ausgeschieden. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Viele Menschen mit Diabetes müssen deshalb Insulin spritzen. 2009 wurden in Deutschland mehr als 807 Millionen Tagesdosen verschrieben. Bleibt der Diabetes unbehandelt, kann der Blutzuckerwert in extreme Höhen klettern: Die Laboruntersuchung wird womöglich einen Wert von 5 Gramm pro Liter ergeben. Das entspricht drei Esslöffeln Zucker im gesamten Blut. Fachleute unterscheiden fast ein Dutzend Formen der Stoffwechselerkrankung. Am häufigsten kommt der Diabetes Typ 2 vor, gefolgt vom Diabetes Typ 1. Erstes Zeichen des Diabetes Typ 1: Betroffene nehmen ungewollt ab. Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit heute mehr als 180 Millionen an der Zuckerkrankheit leiden, 1985 waren es vermutlich nur 30 Millionen. Jedes Jahr kommen weitere sieben Millionen Kranke hinzu - vor allem in Entwicklungsländern. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl der Schweiz. Der Grund: Steigender Wohlstand und eine höhere Lebenserwartung in den Entwicklungsländern sind oft auch gepaart mit ungünstiger Ernährung und bewegungsarmer Lebensweise.

Dr. med. Wolfgang Schulte, Chefarzt Innere Medizin

 

Endoprothetik: Konfektion oder nach Maß, Vor- und Nachteile

Unter dem medizinischen Fachbegriff Endoprothetik versteht man den operativen Ersatz verletzungs- oder verschleißbedingt zerstörter Gelenke durch künstliche Gelenke. Diese als Endoprothesen bezeichneten Implantate sollen das geschädigte natürliche Gelenk ganz oder teilweise ersetzen und verbleiben in der Regel dauerhaft im Körper. Am häufigsten kommen Endoprothesen an den Hüft- und Kniegelenken zum Einsatz. Daneben stehen aber auch Endoprothesen für abgenutzte Schulter-, Sprung- und Ellenbogengelenke zur Verfügung. Und auch der endoprothetische Ersatz der Finger- und Großzehengrundgelenke ist möglich. Für Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule gibt es zudem sogenannte Bandscheibenprothesen. Je nachdem, ob das jeweilige zerstörte Gelenk vollständig oder nur teilweise ersetzt wird, unterscheidet man zwischen einer Totalendoprothese (TEP) und einer Teilendoprothese. Bei einer Totalendoprothese werden sämtliche Gelenkflächen des natürlichen Gelenks gegen Prothesenteile ausgetauscht, während bei einer Teilendoprothese unter Beibehaltung der intakten Gelenkanteile nur die zerstörten Gelenkflächen ersetzt werden. Die häufigste Indikation für die Implantation eines künstlichen Gelenks stellt die Arthrose, also der Verschleiß des Gelenkknorpels, dar. Lässt sich eine Arthrose mit konservativen und gelenkerhaltenden Therapiemaßnahmen wie Physiotherapie, Krankengymnastik, Muskelaufbautraining und Medikamenten nicht mehr ausreichend behandeln und schränken die anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Patienten erheblich in seiner Lebensqualität ein, wird in der Regel ein künstliches Gelenk implantiert. Herr Dr. Ulrich Schneider, Chefarzt der Unfallchirurgie am Elisabeth Krankenhaus, wird in seinem Vortrag die Vor- und Nachteile von standardisierten Endoprothesen und individuell auf den Patienten angepassten Endoprothesen erläutern.

Dr. med. Ulrich Schneider, Chefarzt Unfallchirurgie